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Was macht eine Versicherung nachhaltig?

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Versicherung nachhaltig

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Die wenigsten Menschen machen Freudensprünge, wenn sie an ihre Versicherung denken. Dabei weiß kaum jemand, was im Hintergrund passiert: Versicherungen sind die größten Investorinnen in Deutschland. Sie investieren Deine Beiträge – ohne die Wirkung dieser Finanzströme zu beachten. Das wollen wir mit ver.de ändern: Es ist Zeit, das Geschäftsmodell Versicherung nachhaltig zu machen.

Das läuft falsch in der Versicherungsbranche

Versicherungen machen nicht gerade Spaß. Stundenlange Maklergespräche, jede Menge Papierkram, viel Kleingedrucktes – und immer wieder Rechtsstreits, weil im Schadenfall niemand bezahlen will. Trotzdem brauchen wir alle Versicherungen. Zumindest um die Haftpflichtversicherung und die Krankenversicherung kommt niemand herum. Ratsam ist außerdem, Berufsunfähigkeit und Hausrat zu versichern.

Doch die Versicherungsgesellschaften machen es uns nicht leicht. Undurchsichtige Beitragshöhen und -erhöhungen, alle möglichen Klauseln und Bedingungen: Die, deren Geschäftsmodell die Sicherheit ist, arbeiten mit Angst und Unsicherheit. Und dabei ist das längst nicht notwendig. Viele Versicherungen, die nicht nachhaltig sind, machen jährlich Milliardengewinne. Einige haben während der Corona-Pandemie sogar mehr Gewinn ausgeschüttet als vorher.

Versicherung unkompliziert
Versicherungen sind noch nicht vollständig im 21. Jahrhundert angekommen: Noch immer führt an Makler*innen und Papierstapeln kaum ein Weg vorbei.

Versicherungen – die größten Investoren in Deutschland

2,3 Billionen Euro – so viel Geld liegt bei deutschen Versicherungen. Eine ungeheure Summe, die eine ungeheure Wirkung hat.

Damit die Versicherung im Schadenfall bezahlen kann, braucht sie ein finanzielles Polster. Das liegt aber nicht einfach irgendwo auf einem Konto oder im Tresor. Damit es von der Inflation nicht entwertet wird, legen es die Versicherungen an.

Weil pro Euro Versicherungsbeitrag etwa zwei Euro hinterlegt werden müssen, tätigen Versicherungen immense Investitionen. Sie sind – gemeinsam mit Banken – sogar die größten Investorinnen in Deutschland. Damit haben sie enorme Macht: Sie entscheiden, was finanziert wird und was nicht. Und damit entscheiden sie auch, in welche Richtung sich unsere Wirtschaft entwickelt.

Versicherung nachhaltig – wie geht das?

Bis heute gibt es keinen verlässlichen politischen Rahmen, worin Versicherungen ihre Gelder anlegen dürfen. Zwar gibt es sehr wohl Regeln im Bezug auf die Sicherheit: Einen gewissen Anteil ihres Kapitals müssen Versicherungen immer mit minimalem Risiko anlegen. Doch im Bereich Nachhaltigkeit gibt es keine verbindlichen Kriterien.

Selbst mit der jetzt etablierten EU-Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten ändert sich das nicht: Versicherungen müssen zwar künftig offenlegen, wie nachhaltig ihre Investitionen sind. Eine Verpflichtung für Versicherungen, nachhaltig anzulegen, gibt es aber dadurch nicht.

Nur oberflächlich nachhaltig?

Es gibt durchaus Versicherungen, die damit werben, nachhaltig zu sein. Einen vollständig nachhaltigen Erstversicherer, der tatsächliches Impact Investing betreibt, gibt es in Deutschland aber nicht. Was dagegen passiert, ist jede Menge Greenwashing. Und davor sind Versicherungsnehmer*innen auch nicht wirklich geschützt.

Deshalb haben wir von der ver.de uns von Tag eins an zu Transparenz und konsequenter Nachhaltigkeit verpflichtet: Wir wollen eine Versicherung werden, die anders ist. Deshalb haben wir schon jetzt offengelegt, wo unser Kapital investiert ist und welche Wirkung es dort hat.

Der Reverse-Effekt – macht Deine Versicherung Deinen Nachhaltigkeits-Impact zunichte?

Nachhaltigkeit wird zu einem immer wichtigeren gesellschaftlichen Thema. Mehr und mehr Menschen ernähren sich vegetarisch oder vegan, kaufen Bio-Lebensmittel, vermeiden Plastik und achten auf Fair Fashion. Sie versuchen so, ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

Viele entscheiden sich in diesem Zuge auch für eine nachhaltige Bank: Dort gibt es nämlich schon glaubhaft grüne Alternativen, wie GLS-Bank, Triodos-Bank, Tomorrow-Bank, Ethik-Bank oder Umwelt-Bank.

Während ein nachhaltiger Lifestyle definitiv Spaß machen kann, gibt es auch Momente, in denen wir hinterfragen, ob das alles wirklich etwas bringt. Denn auf den großen Umbruch der Wirtschaft warten wir seit langem vergeblich.

Daran sind auch Versicherungen schuld: Sie lenken weiterhin Kapital in nicht-nachhaltige Branchen und Geschäftsmodelle. Unsere Versicherungsbeiträge fließen möglicherweise in Kohle, Atomkraft, Fast Fashion, Pharma-Konzerne und andere Unternehmen, die wir aktiv niemals unterstützen würden.

Doch keine Versicherung ist auch keine Lösung – um Hausrat und Haftpflicht-Versicherung kommen wir nun mal nicht herum. Deshalb ist es so wichtig, dass es in der Versicherungsbranche eine echte nachhaltige Alternative gibt.

Was macht ver.de anders?

Solidarität – das war einmal das Grundprinzip, auf dem der Versicherungsgedanke aufgebaut hat. Davon sind wir heute weit entfernt. Profiteur*innen sind die Chefetagen der Versicherungskonzerne und deren Aktionär*innen. Das Gemeinwohl bleibt auf der Strecke.

Dabei ist die Grundidee eine großartige: Alle zahlen in einen großen Topf ein, und schützen sich so gegenseitig. Diejenigen, die Pech haben, müssen nicht im Regen stehen.

Dahin wollen wir zurück: Wir wollen eine Versicherung nachhaltig aufbauen, die tatsächlichen Schutz für die Menschen bringt – und für die Umwelt.

Nachhaltige Versicherung
Versicherungen legen unsere Beitragszahlungen an. Bei ver.de passiert das transparent und wirkungsvoll: Die Versicherten können miteintscheiden, welche nachhaltigen Unternehmen und Projekte von ver.de finanziert werden.

Diese Prinzipien machen die Versicherung nachhaltig

Mit einer Versicherung Gelströme für nachhaltige Entwicklung mobilisieren – das ist unser Ziel. Dabei ist Nachhaltigkeit längst nicht nur auf die Umwelt ausgerichtet. Damit wir echter Nachhaltigkeit gerecht werden, gelten bei uns diese Prinzipien:

  1. Nachhaltige Kapitalanlage: Wir legen Deine Beiträge konsequent ökologisch & sozial an. So verbinden wir maximale Sicherheit mit maximalem Impact.
  2. Transparenz: Wir legen offen, wo Deine Beiträge hinfließen und welche Wirkung sie dort haben.
  3. Partizipation: Als Versicherte*r kannst Du Mitglied der ver.de-Genossenschaft werden. So sind sie Miteigentümer*innen ihrer nachhaltigen Versicherung. So wirst Du am Gewinn beteiligt und kannst mitbestimmen.
  4. Soziales Unternehmertum: Wir pflegen eine nachhaltige, wertschätzende und soziale Unternehmenskultur – in unserem Team, im Kontakt mit unseren Kund*innen und im Geschäftsbetrieb.
  5. Öko-Upgrade im Schadenfall: Wir ermöglichen Dir, Deinen Schaden so nachhaltig wie möglich zu ersetzen. Auch macht eine Versicherung nachhaltig.

Wann ist ver.de eine nachhaltige Versicherung?

Um uns als „Versicherung“ bezeichnen zu dürfen, brauchen wir eine Zulassung durch die BaFin, die Aufsichtsbehörde für Banken und Versicherungen. Um die zu erlangen, ist eine Menge Eigenkapital notwendig: nämlich 3,5 Millionen.

Davon haben wir etwa die Hälfte schon beisammen. Deshalb dürfen wir auch schon einen Fahrrad-Diebstahlschutz anbieten: Mit ver.de BIKE ist Dein Fahrrad, E-Bike oder Lastenrad 24 Stunden in ganz Europa abgesichert.

Außerdem haben wir schon über 130 Genossenschaftsmitglieder. Sie alle werden Miteigentümer*innen der Versicherung sein – und ihre Genossenschaftseinlagen helfen beim finanziellen Aufbau von ver.de.

Wir rechnen bis 2022 mit der Zulassung und wollen dann voll durchstarten – mit Sachversicherungen für Privatpersonen und Unternehmen. Stimme gerne ab, welche Versicherungen wir Deiner Meinung nach konkret anbieten sollen!

*Erst nach vollständiger Finanzierung und Zulassung durch die BaFin darf sich ver.de als „Versicherung“ bezeichnen.

Hinweis: Die vorstehenden Aussagen geben die persönliche Meinung der Verfasserin/Herausgeberin wieder; eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden.

Judith Lehner

Judith Lehner

Judith studiert derzeit Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Sie ist dort als wissenschaftliche Hilfskraft tätig und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit internationaler Wirtschaft und Entwicklungsökonomik. Sie arbeitet seit 2018 als freie Redakteurin für verschiedene Medien und seit 2020 für ver.de im Bereich Kommunikation. Privat begeistert sie sich für Musik und veganes Essen. Ihr Traum ist es, so zu leben, dass sie nur den Anteil des Planeten Erde verbraucht, der ihr zusteht – also etwa ein-siebenmilliardstel.

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