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Nachhaltige Lieferkette, ehrliche Kommunikation – Was bedeutet Profit vs. Nachhaltigkeit in der Praxis?

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Nachhaltige Lieferkette, ehrliche Kommunikation – Was bedeutet Profit vs. Nachhaltigkeit in der Praxis?

Profit vs. Nachhaltigkeit nachhaltige Lieferkette

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Nachhaltigkeit vs. Profit – Ist das ein Widerspruch? Eine nachhaltige Lieferkette, eine super Mitarbeiter*innen-Kultur, ethische Werte und ganz viele gepflanzte Bäume – wenn wir der Werbung der Unternehmen aktuell Glauben schenken, ist irgendwie alles grün.

Doch wo bleibt die Wirkung? Was ist nachhaltig, was Green Washing?

Weniger reden, mehr machen

Karten offen auf den Tisch gelegt: Fast jedes Unternehmen hat das Ziel, Profite zu erwirtschaften. Dabei schießen manche Unternehmen über das Ziel, profitabel zu sein, hinaus.

Profitmaximierung auf Kosten der Lieferkette oder durch aggressiven Vertrieb und viel Werbung – muss das sein? Was ist nachhaltig, was Green Washing? Und wie erkennst Du den Unterschied?

Wie handeln Unternehmen ehrlich nachhaltig?

Wir sind nachhaltige Unternehmer*innen – und fragen uns: Nachhaltigkeit vs. Profit – Inwieweit darf ein nachhaltiges Unternehmen profitabel sein?

  • Was „darf“ Profit? Wo ist die Grenze?
  • Was sollten ehrlich nachhaltige Unternehme anders machen?
  • Und wie sieht eine nachhaltige Lieferkette, ein grüner Vertrieb oder ehrliche Werbung aus?

Das Ziel der Kampagne

Diesen Fragen wollen wir auf den Grund gehen. Wir sprechen mit ethischen und ökologischen Unternehmen, und mit Euch. Unser Ziel? Ein Leitfaden mit Tipps und Vorschlägen, wie

  • Du ehrlich nachhaltige Unternehmen, aber auch Green Washing erkennst und
  • was sich ökologisch-soziale Unternehmen in ihrem Wirtschaften zu Herzen nehmen sollten.

Der erste Schritt: Wir haben Euch gefragt

Und Ihr habt uns spannende Antworten gegeben, was für Euch ein ehrlich grünes Unternehmen ist, welche Rolle eine nachhaltige Lieferkette spielt und was Euch in Bezug auf Werbung und Kommunikation wichtig ist. Ein großes Dankeschön an alle Teilnehmenden!

Wie geht es weiter?

  1. In diesem Blogartikel geben wir Euch eine Auswahl der Antworten, die wir erhalten haben.
  2. In der nächsten Zeit wollen wir uns mit Unternehmen unterhalten, wie sie zu diesen Themen stehen. Du hast ein Unternehmen vor Auge, das wir hierbei unbedingt anfragen sollten? Schreibe uns an kontakt@ver.de.
  3. Diskutieren, diskutieren, diskutieren: Schreibt uns Eure Meinungen und Eure Kritik – oder auch Fragen, mit denen wir uns beschäftigen sollen.

Aber nun zu den Fragen!

Eine nachhaltige Lieferkette, ehrlicher Vertrieb - Geht profitabel wirtschaften auch anders?
Eine nachhaltige Lieferkette, ehrlicher Vertrieb – Geht profitabel wirtschaften auch anders?

Was denkst Du? Darf ein nachhaltiges Unternehmen profitabel sein?

Können Unternehmen gleichzeitig profitabel und ökologisch-sozial wirtschaften? Ist bei Profit eine nachhaltige Lieferkette oder ein ethischer Vertrieb möglich?

Das habt Ihr gesagt

Die Antwort war fast ausschließlich: ja. Eure Begründungen waren zum Beispiel:

  • „Für Reinvestment braucht es auch in einem nachhaltigen Unternehmen einen Profit.“
  • „Natürlich! Genau in diesem Punkt wird sich doch die Spreu vom Weizen trennen: Die guten Unternehmen sind nachhaltig und werden trotzdem profitabel sein.“
  • „Selbstverständlich! Je besser es die Nachhaltigkeit schafft, desto höher sind die Vorteile gegenüber Konkurrenten, weil auch Endkunden verstärkt beim Einkaufen auf Nachhaltigkeit Wert legen und das Umsatz und Gewinn steigert.“

Aber: Euch war wichtig, wie ein Unternehmen Profit erzielt. Hierzu hat ein*e Teilnehmer*in geschrieben: „Ja. Warum nicht? Das Problem ist nicht der Profit, sondern a) wie er erzielt wird und b) was damit gemacht wird.“

Das sagt ver.de

Ja, ein nachhaltiges Unternehmen darf profitabel sein. Das sollte es sogar. So können wir faire Löhne an unsere Mitarbeitenden zahlen, ökologische Alternativen wie Samenpapier wählen, wenn wir Werbematerialien benötigen, und eine nachhaltige Lieferkette ermöglichen.

Entscheidet ist für uns, dass das Geschäftsmodell profitabel ist, weil es gut ist und die Produkte sinnvoll sind – nicht aufgrund von Ausbeutung oder Einsparungen. Und das geht nur mit Transparenz, damit alle Menschen nachvollziehen können, wie wir handeln.

Wo ist für Dich die Grenze zwischen „profitabel“ und „Profitmaximierung“?

Profitabel wirtschaften ist eine Sache. Profitmaximierung eine ganz andere. Aber wo ist die Grenze?

Das habt Ihr gesagt

  • Profitabel bedeutet für mich: Das Unternehmen läuft und erfüllt eine sinnvolle gesellschaftliche Aufgabe. Profitmaximierung ist für mich: Das vorrangige Unternehmensziel ist es, so viel Geld wie möglich zu erwirtschaften, ohne Rücksicht auf andere Belange wie Fairness, Achtung und Respekt den natürlichen Ressourcen und Mitmenschen gegenüber.“
  • „Da wo es anfängt, unsozial zu werden. Wenn die Produktion auf Kosten der Mitmenschen (Kinderarbeit) und der Umwelt geht.“
  • Profitabel: es fällt mehr ab als benötigt wird, um [das Unternehmen] am Laufen zu halten – ob das passiert, mag wichtig sein, ist aber nicht das Wichtigste. Profitmaximierung: das ein Mehrwert entsteht, ist das wichtigste, auch wichtiger als der (nachhaltige) Erhalt des Geschäfts – heißt Mitarbeiter*innen werden ausgebrannt, Ressourcen werden bis auf 0 verbraucht [und] am Ende der Rest noch verkauft. Hauptsache bis dahin alles rausquetschen. [Die] Grenze: sobald Gewinn das Wichtigste ist, geht es um Maximierung.“
  • „Wenn die Versprechungen der Verzinsung deutliche über dem Marktzins liegen und dadurch Personal oder Lieferketten nicht mehr angemessen einbindet – z.B.: Verzinsung im zweistelligen Bereich.“
  • „Sollte es eine solche Grenze überhaupt geben so ist diese fließend. Ein nachaltiges Unternehmen sollte m.E. Profitmaximierung anstreben, aber zeitgleich nachhaltig agieren. Das ist doch kein Widerspruch.

Das sagt ver.de

Unser wirtschaftliches Handeln muss immer einen Mehrwert für das Gemeinwohl haben. Profitabel ja, aber unter Beachtung der nachhaltigen Lieferkette, der Fairness gegenüber Mitarbeitenden und Partner*innen und der Auswirkung unseres Handelns auf Natur, Klima und Gesellschaft.

Ja, wir wollen wachsen. Denn je mehr Mitglieder und Kund*innen wir haben, desto mehr Geld können wir nachhaltig und mit Mehrwert für die Gesellschaft anlegen.

Aber dabei darf nie die Profitmaximierung im Vordergrund stehen, sondern immer die Gemeinwohlmaximierung. Bei jeder Geldanlage, die wir tätigen, steht an erster Stelle die Wirkung, nicht die Rendite.

Profitabel vs. Profitmaximierung - Wo ist für Dich die Grenze?
Profitabel vs. Profitmaximierung – Wo ist für Dich die Grenze?

Was sollten nachhaltige Unternehmen in Werbung und Vertrieb anders machen?

Um profitabel zu wirtschaften, brauchen Unternehmen kommunikative Maßnahmen. Doch wie können wir es hier besser machen?

Das habt Ihr gesagt

  • „Genauestens über die Wünsche der Kunden in Kenntnis sein und möglichst sparsam mit Werbematerialien umgehen – ein nicht bedrucktes Papier schont die Umwelt. Daher sollte auch die Werbung sehr klar, einfach und verständlich sein.“
  • „Ein nachhaltiges Unternehmen ist transparent und hat nichts zu verbergen. Entsprechend sachlich und offen sollten die Produkte beworben werden.“
  • „Absolute Tranparenz und Deklaration des Produktes, der Lieferkette, der Unternehmensziele und Offenlegung der Nachhaltigkeitsstrategie.“
  • „Sie sollten so transparent wie möglich und natürlich ehrlich Ihre Anstrengungen in Richtung Nachhaltigkeit herausstellen. Beispiel Trigema!“
  • „Werbung: keinen Quatsch erzählen, nichts vorspiegeln, was nicht ist. Vertrieb: Arbeitsbedingungen durch die Arbeitenden selbst gestalten lassen. Menschen, die beraten wollen, beraten lassen. Keine (!!) Zielvorgaben.“

Das sagt ver.de

Wir geben zu: Das ist gar nicht so einfach. Der klassische Vertrieb in der Finanzwirtschaft kann ziemlich hart sein. Hier wollen wir es anders machen. Manchmal überlegen wir, Facebook und Instagram nicht mehr zu unterstützen. Aber wie erreichen wir als junges Unternehmen dann Euch? Ebenso mit Google. Wir selbst nutzen Alternativen wie Ecosia. Aber die Reichweite gibt es nach wie vor über Google.

Grundsätzlich finden wir: Transparenz ist das wichtigste. Dann können Kund*innen selbst entscheiden, ob sie das Produkt wollen. Vertrieb ohne hohen Druck ist uns wichtig. Vertriebler*innen sollen nicht das Gefühl haben, sie müssen dieses Produkt eine*r Kund*in unbedingt andrehen.

Im Grunde muss das Produkt stimmen: Wir wollen Produkte mit den Menschen entwickeln, damit sie sich verkaufen, weil sie gut sind.

Was würdest Du in diesem Rahmen gerne von Unternehmen, die sich als „nachhaltig“ betiteln, wissen?

Hier waren wir besonders gespannt. Danke für Eure Antworten.

Das habt Ihr gesagt

  • „Ob Sie nach bilanzieren nach Gemeinwohlökonomie.“
  • „Als Endkunde interessiere ich mich in erster Linie für ein Produkt. Die Nachhaltigkeit sollte von Experten überprüft und zertifiziert werden. Ich würde dahingehend z.B. auf ein strenges Label vertrauen; wie ich es beim Ökostrom auch tue. Gibt es ein solches Label?“
  • „Ob sie neben dem, was sie bisher bereits an Gutem verwirklicht haben, bereit sind, offenzulegen, wo es noch Defizite gibt und Verbesserungen möglich sind.“
  • „Wo sie aufhören, Steuern zu sparen, wie sie Fairtrade versuchen umzusetzen, ob sie Tariflöhne zahlen, ob sie Gewerkschaften im Betrieb zulassen, wie sie ihre Lieferketten und Zulieferer in Sachen Nachhaltigkeit prüfen, wie sie Umweltschutz in ihren Fabriken / Büros umsetzen, wie viel Gewinn sie für Spenden / Sponsoring verwenden, um wie viel mehr der Chef im Vergleich zum Durchschnittsverdienst bekommt, … oje, ich werd gar nicht fertig!“
  • „Wo sich in der eigenen Firmenstruktur und -kultur wiederspiegelt, was sie vorgeben zu sein.“

Das sagt ver.de

Danke Euch für Euren Input. Gerade in der Finanzwirtschaft wünschen wir uns ebenfalls ein strenges Label, damit Kund*innen leichter erkennen können, was ehrlich grün ist und was eben nicht. Hier tut sich gerade etwas auf EU-Ebene, allerdings lange nicht streng genug und leider unverbindlich.

Eine Bilanzierung nach der Gemeinwohl-Ökonomie finden wir klasse! Hierbei wird das Unternehmen genau durchgeprüft – kein gekauftes Label, aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass die GWÖ-Bilanz wirklich ans Eingemachte geht. Unsere Bilanz wird gerade erneuert und kommt die Tage ins Audit. Details findest Du hier.

Unsere Mitarbeitenden werden nach dem TVÖD vergütet. Unsere Aufsichtsräte und Vorstände verzichten aktuell auf ihr Gehalt, da ver.de noch im Aufbau ist. Wir haben mitgenommen, dass Euch die Offenlegung für die Zukunft wichtig ist.

Was bedeutet das für ver.de?

Wir sind ein junges Unternehmen und bauen unsere Firmenkultur noch auf. Es ehrlich anders machen? Manchmal ist es gar nicht so leicht zu wissen, was da alles dazu gehört. Deshalb ist Euer Feedback auch für uns wichtig.

Unser Fazit: Taten zeigen mehr als Worte.

Unser Ziel

Mit ver.de wollen wir eine Versicherung* aufbauen, die anders ist: transparent, von Menschen für Menschen gemacht, gemeinwohl-bilanziert, genossenschaftlich und mit ehrlich nachhaltiger Kapitalanlage.

*Erst nach vollständiger Finanzierung und der Zulassung durch die BaFin darf ver.de sich als Versicherung bezeichnen.

Transparenz bei ver.de

Du hast Fragen an ver.de?

Schicke uns Fragen, Kritik oder Verbesserungsvorschläge an kontakt@ver.de. Gemeinsam sind wir schlauer und können wir eine Unternehmenskultur entwickeln, die ehrlich dem Gemeinwohl dient.

Profit vs. Nachhaltigkeit: Lasst es uns gemeinsam anders machen!
Profit vs. Nachhaltigkeit: Lasst es uns gemeinsam anders machen!

Du willst ver.de aktiv mitgestalten?

Als Mitglied unserer Genossenschaft baust Du ver.de mit uns auf, entscheidest über die Wirkung unserer Kapitalanlage mit und veränderst mit uns die Finanzwirtschaft. Ein Pioneers-Projekt, das wir nur gemeinsam schaffen können!

Wer steht hinter den Kampagne?

Einerseits wir mit ver.de, aber wir haben einen spannenden Partner, der mit uns forscht: Die Performance Marketing Agentur onReach. onReach ist eine Remote-Agentur mit nachhaltigem Anspruch. Mit Hauptstandort in Stuttgart bedient sie europaweit öffentliche Einrichtungen und nachhaltige Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Der Hauptfokus: Google Ads, Social Media und SEO sowie der Kreation von Online Shops und Webseiten. onReach hat dafür sogar schon dreimal mal den deutschen Agenturpreis erhalten.

Eine Performance Marketing Agentur?

Ja, denn bei der Betreuung ihrer Kund*innen stellen sie sich genau diese Fragen: Wie können wir nachhaltige Unternehmen unterstützen und es eben doch anders machen? onReach arbeitet primär mit Unternehmen zusammen, die nachhaltig agieren – keinen reinen „Gewinnmaximierer*innen / Profit-Jäger*innen“ zusammen, sondern kooperiert mit Unternehmen die unsere Welt nachhaltig gestalten – ob ökologisch, ökonomisch oder sozial.

Weiteres zu ver.de

In unserem Blog geben wir Einblicke in unser Unternehmen und schreiben über die Themen Genossenschaft, Gemeinwohl-Ökonomie und natürlich Sustainable Finance.

Hinweis: Die vorstehenden Aussagen geben die persönliche Meinung der Verfasserin/Herausgeberin wieder; eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden.

Elena

Elena

Elena arbeitet bereits seit drei Jahren bei ver.de in der Kommunikation. Sie ist studierte Ethnologin mit Fokus auf das Völkerrecht. Nach ihrem Studium schrieb Elena beispielsweise für die Non-Profit-Organisation earthlink e.V. über globale Fluchtursachen oder die Bekämpfung von Kinderarbeit. Dabei baute sie ihre im Studium erlernten Recherche- sowie Schreibkentnisse aus. In ihrer Freizeit engagiert Elena sich beim Münchner Flüchtlingsrat. Das sind ihre zwei Herzensthemen: Klimaschutz sowie soziale Gerechtigkeit. Hier hat Elena in der Finanzwirtschaft einen Hebel für eine bessere Zukunft gefunden - und versucht nun, mit ver.de diesen Hebel zu "betätigen".

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