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KLIMASCHUTZ:
EIN KAUF, EIN BAUM?

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KLIMASCHUTZ:
EIN KAUF, EIN BAUM?

Aufforstung Wald Bäume

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Wie Aufforstung als nachhaltiges Investment tatsächlich klappen kann – The Generation Forest im Interview

Die in Hamburg ansässige Genossenschaft “The Generation Forest” setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 2017 für dauerhafte Aufforstung in Panama ein. Sie machen wichtige Arbeit, wenn es um sinnvolle Aufforstung geht, aber auch durch Informationsarbeit.

Denn «Bäume pflanzen» und «nachhaltig investieren» haben etwas gemeinsam: Bei beiden Versprechen steckt bei vielen Firmen eher Marketing als echter Impact dahinter. 

Ein Kauf, ein Baum und schon geht es dem Gewissen besser.

CO2-Kompensationsmöglichkeiten werden uns heutzutage an vielen Stellen angeboten: Beim Online-Kauf, bei Geschenk-Aktionen oder der Buchung der nächsten Reise – überall können wir die Option auswählen, kompensieren zu wollen. 

Ein Kauf, ein Baum: Wann macht Aufforstung Sinn?
Ein Kauf, ein Baum: Wann macht Aufforstung Sinn?

Aber wie sinnvoll sind diese Aktionen?

Oder ist das reines Marketing? Das ist als Konsument*in oft gar nicht so leicht zu erkennen. Und genau hier ist es ratsam, gut aufzupassen. Denn Aufforstung ist mehr als nur einen Baum zu pflanzen – wenn es denn überhaupt dazu kommt. Es braucht Pflege und Kommunikation vor Ort. 

Aber kann Aufforstung tatsächlich als Klimaschutz-Maßnahme funktionieren? An sich sind, mehr sinnvoll gepflanzte Wälder ja etwas Gutes. Ein Blick auf dieses spannende Thema. 

Vielen Dank an The Generation Forest, dass wir Euch unsere gesammelten Fragen hierzu stellen durften. 

The Generation Forest – Eine kurze Vorstellung

Das Konzept

Als Genossenschaftsmitglied erwirbst Du bei The Generation Forest Genossenschaftsanteile. Mit diesen Genossenschaftsanteilen betreibst Du echtes Impact Investing – also Du investierst mit einer messbaren positiven Wirkung direkt in den Wald. Einerseits trägst Du dazu bei, den Wald langfristig wieder aufzuforsten und dauerhaft zu schützen. Und andererseits können durch Deine Beiträge auch alle Beteiligten – also auch die Menschen vor Ort – finanziell profitieren. 

Warum denn jetzt finanziell profitieren?

Aufforstung geht nur im Einklang mit den Menschen vor Ort. Es ist höchst problematisch, in andere Länder zu gehen und dort Landschaften für Aufforstung zu beanspruchen, ohne dies im Einklang mit den Menschen zu tun. Viele Menschen sind von den Ländereien wirtschaftlich abhängig und so muss sich die Forstwirtschaft auch für sie lohnen, damit sie aufrecht erhalten bleibt

Und was bewirkt so ein Mitgliedsanteil?

Ein Genossenschaftsanteil entspricht 500m2 tropischen Mischwald, welche pro Jahr eine Kompensationsleistung von einer Tonne CO2 hat. 

So weit so gut: Nun aber zu den Fragen, die wir The Generation Forest gestellt haben.

Was gilt es zu beachten, wenn mir solche Aktionen „1 Kauf, 1 Baum“ angeboten werden? 

The Generation Forest: «Wer über solche Projekte stolpert, sollte unbedingt prüfen:

  • Wie transparent sind die Projekte?
  • Werden beispielsweise überprüfbare geografische Koordinaten angegeben, wo gepflanzt wird?
  • Was ist das Pflegeversprechen des Anbieters?
  • Gibt es bereits Erfahrungen mit der Aufforstung und Pflanzungen?

Wer zu wenig oder gar keine Infos über die Pflanzung bereitstellt, wirkt schon mal nicht seriös.»

Doch was gilt es bei der Wiederaufforstung zu beachten, wenn man einen «kompensationsstarken» Wald errichten will?

The Generation Forest: „Die eine Antwort gibt es hier nicht. Aber bestimmte Elemente sollte ein Aufforstungsprojekte schon enthalten, wie: 

  • die richtige Standortwahl, 
  • ein geeigneter Boden, 
  • der passende Samen 
  • und eine nachhaltige Pflege sind wichtig, 

um einen Wald zu erschaffen, der in Zukunft nachhaltig CO2 kompensiert.“

Wie macht das The Generation Forest?

The Generation Forest setzt auf Mischwälder, oder sogenannte Generationenwälder, welche aus einheimischen Baumarten aus insgesamt bis zu 20 verschiedenen Arten bestehen. Mit der Zeit entsteht so ein naturnaher Wald mit verschiedenen Ebenen, der schnell von der heimischen Flora und Fauna angenommen wird.

Aufforstung als wirtschaftliches Modell? 

Das klingt erst einmal schräg. Jedoch wird hier ein wichtiger Punkt angesprochen:

Aufforstungsprojekte sind häufig in anderen Ländern wie beispielsweise Panama oder Kolumbien. Die Menschen vor Ort sind oft von den Ländereien wirtschaftlich abhängig und so müssen auch sie eine Lebensgrundlage wahren können, im Rahmen des Aufforstungsprojekts.

Wie macht das The Generation Forest?

Nach 30 Jahren wird der Wald nachhaltig forstwirtschaftlich genutzt, wobei nur so viel Holz entnommen wird, dass sich der Wald regenerieren kann. Wo Bäume entnommen werden, werden direkt wieder neue Setzlinge gepflanzt. Die Gewinne aus dem Verkauf von FSC®-zertifizierten Edelhölzern fließen dann an die investierenden Genossenschaftsmitglieder zurück. 

Doch nicht nur die Natur und die Genossenschaftsmitglieder profitieren von einem gesunden Wald. Auch für die Lokalbevölkerung hat es zahlreiche Vorteile, nicht nur finanziell: Es wird gewährleistet, dass die Menschen vor Ort ihren Wald selbst nachhaltig bewirtschaften und dauerhaft schützen können. 

Braucht Klimaschutz Aufforstung? Ja, sagt The Generation Forest. Aber immer kombiniert mit Einsparung.
Braucht Klimaschutz Aufforstung? Ja, sagt The Generation Forest. Aber immer kombiniert mit Einsparung.

Die Frage aller Fragen: Dürfen wir unsere Natur “inwertsetzen”?

Einige Menschen sehen die Inwertsetzung von Ökosystemdienstleistungen kritisch: Sie befürchten, dass der wahre Wert der Natur dadurch herabgesetzt wird. The Generation Forest jedoch argumentiert, dass Klimaschutz sich durchaus lohnen darf und muss.

«Der Regenwald hat einen unschätzbaren Wert für die Natur und das Klima. Als Lebensraum, CO2-Speicher oder Sauerstoffproduzent. Für die Menschen vor Ort scheint er aber oft wertlos, da die Landwirtschaft oder die Viehhaltung schneller und einfacher Erträge abwerfen. Indem wir dem Wald durch unser Impact-Investing-Modell einen Wert geben, zeigen wir eine innovative Möglichkeit auf, Wald zu schützen und gleichzeitig damit einen wirtschaftlichen Ertrag zu generieren.» 

Ferdinand Meirose, The Generation Forest

Durch das Impact-Investing-Modell wird der Wald somit nicht nur als ökologische, sondern auch als wirtschaftliche Ressource betrachtet. Dies motiviert Landbesitzer*innen, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften und dauerhaft zu schützen, anstatt ihn für kurzfristige Gewinne zu roden. Umweltschutz wird somit auch finanziell attraktiv.

Ist CO2-Kompensation Klimaschutz?

Auch CO2-Kompensation selbst wird kritisch begutachtet: Klimaschützer*innen befürchten, Unternehmen können sich so von Umweltsünden «freikaufen». Kann Aufforstung als «Freifahrtsschein» genutzt werden, um in anderen Bereichen weniger nachhaltig zu sein? Und reicht CO2 Kompensation aus? 

«Aufforstung darf kein Freifahrtschein sein. Das ist uns ganz wichtig. Aber Klimaneutralität – ob privat, als Unternehmen oder als Gesellschaft oder Staat – geht auch nicht ohne Kompensation, daher müssen wir immer über beides sprechen: Einsparen und Kompensieren. Nur wenn beides kombiniert wird, und zwar nachhaltig, kann ein Wandel herbeigeführt werden.”

The Generation Forest

Aufforstung – Was denkst Du?

Wie stehst Du zu Aufforstungs- und Kompensationsprodukten? Hast Du schon mal in Aufforstung investiert oder Kompensations-Angebote genutzt? Und kennst Du The Generation Forest vielleicht sogar schon? 

Du möchtest mehr über Themen wie Impact Investing, nachhaltiges Investieren und die Finanzwelt erfahren? Dann schau doch mal auf unseren Blog.

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